RotFuchs 215 – Dezember 2015

Verdientermaßen Ehrengast

RotFuchs-Redaktion

An der diesjährigen Manifiesta – dem alljährlich im Herbst stattfindenden Volks- und Pressefest der Partei der Arbeit Belgiens (PTB) – nahm ein Ehrengast teil, der in Kuba fast als Ikone betrachtet wird: Leonardo Tamayo Núñez gehört zu den drei Überlebenden jener Schar, die – damals der Zeit vorauseilend – gegen Boliviens faschistoides Regime in den Kampf gezogen war. Bei dieser Konfrontation wurden alle anderen Guerilleros von der Regierungs­soldateska niedergemetzelt oder in Gefangenschaft umgebracht.

Spätestens seit der Entscheidungsschlacht der kubanischen Revolution am 28. De­zember 1958 in Santa Clara wich der 1941 geborene Leonardo Tamayo nicht mehr von Che Guevaras Seite. Zunächst dessen Leibwächter, übernahm er später auch darüber hinausgehende verantwortliche Aufgaben.

1966 gehörte er dann zu jener Gruppe von Kubanern und Revolutionären anderer Länder, die sich mit der Hoffnung nach Bolivien begaben, die Revolution dort ent­flammen zu können. Am 8. Oktober jenes Jahres wurden die ehrenhaften Kämpfer auf verlorenem Posten umzingelt. Che geriet verletzt in Gefangenschaft und wurde bald darauf ermordet. Leonardo und zwei anderen Genossen gelang die Flucht nach Chile. An der Grenze erwartete sie der seinerzeitige Senator und spätere Präsident Salvador Allende, der für einen sicheren Aufenthalt sorgte.

Seit 1998 gehört Leonardo Tamayo dem kubanischen Parlament an.

RF, gestützt auf „Solidaire“, Brüssel